Zerteile, was dich kaputt macht

25.05.2012 |

Im Rahmen der Reihe "Zahlen: Abstrakte mathematische Objekte im Spannungsfeld von Empirie und Politik" soll es dieses Mal um die Königin der Grundrechenarten gehen - die Division!

"Teile und herrsche", hieß es schon bei den alten Lateinern und so spaltet sie ganz im Sinne römischer Außenpolitik (gegnerische) Zahlen elegant in einzelne Teile auf. Rücksichtslos und unter Ausnutzung aller Mittel machiavelliert sie sich durch die Arithmetik und ist damit zugleich militärischer Großverband und die durch diesen ausgeführte, wenn nicht sogar seine abgeleitete Operation.

Auch Deutschland war lange Zeit dividiert.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Division einer komplexen und dynamischen Umwelt gegenübersteht, in der Synergieverluste und vor allem Spartenegoismus, etwa die Substitutionskonkurrenz zwischen den Divisionen - man denkt gleich an Kannibalismus - eine immer größere Rolle spielen. Effizienzverluste durch mangelnde Teilbarkeit von Ressourcen und suboptimale Betriebsgrößen sowie die potentielle Differenz zwischen Divisions- und Unternehmenszielen sind weitere Nachteile, mit denen sich die Division in 
einer solchen Welt konfrontiert sieht. Trost spenden da allein folgende, von der der Betriebswirtschaftlichen Organisationslehre wie in Watte gebettete Worte:

"Die Struktur ist strategisch und strukturell sehr anpassungsfähig."

Natürlich denkt man sofort an die wunderbare Struktur unserer schönen Zahlen und man fragt sich:

"Könnte nicht alles so anpassungsfähig sein? Wäre das nicht eine bessere Welt?"

Die Antwort ist so einfach wie die Division in der Musik, dem Double. Was bleibt ist nur das Grundgerüst - Melodie, Harmonie, Rhythmus.

Einfach schön.

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